Barré-Griff

Barré-Akkorde lernen – Alle Tricks, Hilfsmittel, Übersichten

Barré-Akkorde bringen viele Anfänger zur Verzweiflung. Denn der Weg des Gitarristen ist gezeichnet von Hürden und Hindernissen. Besonders beim Erlernen neuer Techniken stößt man schnell an seine Grenzen – und Barré-Griffe sind ein Paradebeispiel dafür, wie man Gitarrenbeginner zur Verzweiflung bringt. Aber keine Sorge! Mit diesem Tutorial überwindest du auch diese Hürde.

Die Abkürzung – Mit diesem Trick lernst du Barré-Griffe ohne Anstrengung in kürzester Zeit!

Die ultimative Abkürzung. Das Hilfsmittel, mit dem du Barré-Akkorde ohne große Anstrengung lernen kannst. Ohne Anstrengung direkt zum Erfolg: Nein, die gibt es leider nicht 😉

Es gibt keinen Trick, keinen einfachen Weg. Wie im Fitnessstudio auch gilt: No pain, no gain! Die Muskulatur in deiner Hand muss für diese untypische Bewegung erst ausgebildet werden.

Wann kommt das im Alltag schließlich schon mal vor, dass du mit der kompletten Länge deines Zeigefingers Druck auf einen Gegenstand ausüben musst? Eher selten, nehme ich an.

Das heißt: Üben, üben, üben. Bleibe hartnäckig und nimm der Aufgabe regelmäßig an.

Höre aber sofort auf, sobald du Schmerzen hast! Die Gefahr, dass du langfristige Schäden durch eine Verletzung davon trägst, ist tatsächlich präsent.

Die gute Nachricht: Es gibt ein paar Dinge, die du beachten kannst.  Es geht vor allem schneller, als sich vom Bierbauch zum Sixpack zu trainieren 😉 Trotzdem braucht es Geduld und regelmäßige Übungseinheiten.

Was sind Barré-Akkorde eigentlich?

Es handelt sich um einen Akkordgriff, bei dem der Zeigefinger wie ein Kapodaster verwendet wird. Das heißt der Zeigefinger legt sich über 5 bzw. alle 6 Saiten der Gitarre und erzeugt den nötigen Druck, damit die entsprechenden Saiten klingen.

Barré-Griff

Im häufigsten Fall basieren Barré-Akkorde auf den Akkorden A und E mit alle ihren Ausprägungsstufen. Also A-Dur und E-Dur, A-Moll und E-Moll, A7 und E7 usw.

Bleiben wir mal beim E-Dur Akkord.

Nachdem du den Artikel über die Tonleiter gelesen hast, wirst du sicherlich wissen, welcher Ton dem E folgt, wenn wir diesen einen Halbtonschritt nach oben verschieben: Richtig, es folgt das F.

Was passiert also, wenn wir nun den E-Dur-Akkord um einen halben Ton nach oben verschieben? Ganz genau: Wir erhalten den F-Dur-Akkord.

Um das allerdings realisieren zu können, musst du nun deinen Zeigefinger über alle 6 Saiten am 1. Bund legen und anschließend mit den übrigen drei Fingern den E-Dur-Akkord nachgreifen – nur eben einen Bund höher.

F-Dur Barré-Akkord     

Der Mittelfinger wandert also auf den zweiten Bund der G-Saite, Ringfinger und kleiner Finger auf den 3. Bund der A- bzw. D-Saite.

Das selbe Prinzip lässt sich z.B. auf den A-Moll-Akkord übertragen. Starte mit A-Moll, gehe zwei Halbtonschritte nach oben und du bist beim – naaaaa? – richtig, H-Moll-Akkord.

Da aber auch der A-Moll erst ab der A-Saite gespielt wird, genügt es für den H-Moll-Akkord, dass du deinen Ringfinger lediglich über 5 Saiten legst.

H-Moll Barré-Akkord           h-moll-barreakkord

Die Übersicht als Hilfsmittel für Barré-Akkorde

Das eben erklärte Prinzip kannst du mit Hilfe dieser Übersicht nun ganz einfach für alle Akkorde anwenden.

Du möchtest den Fis-Moll Akkord spielen? Kein Problem. Nimm den E-Moll-Akkord als Basis und orientiere dich an der E-Saite.

Dort findest du am 2. Bund den Ton Fis. Das heißt du musst dort deinen Zeigefinger platzieren, anschließend wie oben erklärt mit den übrigen freien Fingern den E-Moll-Akkord greifen.

Alternativ kannst du natürlich auch den A-Moll-Akkord als Basis nehmen. Hier orientierst du dich nun an der A-Saite. Dort findest du am 9. Bund den Ton Fis. Der Zeigefinger legt sich also ab der A-Saite über alle 5 Saiten, anschließend greifst du den A-Moll-Akkord.

Griffbrett Tabelle Powerchords

Die richtige Technik für Barré-Akkorde

Zu den theoretischen Grundlagen gibt es nun trotzdem ein paar Tipps und Tricks, damit du dir beim üben leichter tust.

Die entscheidenden Faktoren sind hierbei die Fingerkraft und die richtige Positionierung deiner Finger.

Aufwärmen

Doch zuerst: Aufwärmübungen! Starte niemals kalt in eine Übungssession, wenn du Barré-Akkorde lernen möchtest. Durch die hohe Belastung für die Muskulatur steigt sonst das Verletzungsrisiko nur unnötig.

Krafttraining

Definitiv kann man sagen, dass ein Krafttraining der Finger förderlich ist, aber keine Voraussetzung darstellt.

Mit Trainingsgeräten wie z.B. dieser Fingerhantel kannst du die benötigte Muskulatur auch im Bus, vor dem Fernseher oder auf der Arbeit/in der Schule jederzeit trainieren.

Fingerpositionierung

Ganz wichtig: Lege den Zeigefinger immer nur dahin, wo du ihn auch wirklich brauchst. Sonst verschenkst du nur unnötig Kraft.

Wenn du also wie oben aufgezeigt den H-Moll-Akkord auf Basis des A-Moll-Akkordes spielen möchtest, dann lege auch deinen Zeigefinger nur über die 5 Saiten ab der A-Saite.

Wenn du den obigen F-Dur-Akkord spielst, achte darauf dass die Spitze deines Zeigefingers nicht unnötig über das Griffbrett hinausragt.

Die einfachste Vorgehensweise, um das Gefühl für die Positionierung des Zeigefingers zu erhalten: Greife ganz gewohnt einen Ton auf der A- bzw. E-Saite so, dass er klingt. Lege erst danach den Finger quer über die übrigen Saiten. So ermittelst du die beste Position.

Für den Barrégriff stellt dir dein Finger starke Druckstellen/Knöchel (hard spots) und weiche Druckstellen (soft spots) zur Verfügung.

Auf der Höhe des Endglieds deines Fingers befindet sich noch so viel Druckkraft, dass man das weiche Gewebe nicht unbedingt als soft spot bezeichnen muss. Während soft spots keine optimale Druckfläche besitzen und mehr Kraft brauchen, kann man die besonders schwierig zu haltenden Saiten mit den hard spots bedienen.

Jedoch müssen, abhängig vom jeweiligen Barrégriff, nicht alle Saiten gehalten werden. Das lässt der Fingerpositionierung ein wenig Spielraum offen.

Beim Barrégriff sind die tiefe E- und A-Saite am einfachsten zu halten, da in der Fingerkuppe am meisten Druckkraft vorhanden ist.

Zum Halten der h- und hohen e-Saite kann man den zweiten Fingerknöchel benutzen. Wenn beide Saiten erklingen sollen, kannst du den Knöchel auf die h-Saite legen und den Finger um den Gitarrenhals krümmen, damit noch Druck auf die hohe e-Saite ausgeübt wird.

Alternativ kannst du auch den Knöchel „zwischen“ beide Saiten legen, wodurch je nach Druck beide Saiten klingen.

Ganz wichtig: Der Daumen

Auf jeden Fall darfst du deinen Daumen nicht vergessen. Durch ihn kannst du auf der anderen Seite des Gitarrenhalses den benötigten Druck aufbauen.

Achte unbedingt darauf, dass er jederzeit möglichst direkt gegenüber zum Zeigefinger sitzt. So kannst du die maximale Kraft aufbauen und musst dich weniger anstrengen.

Der Daumen sollte sich also hinten am Griffbrett niemals versetzt zum Zeigefinger befinden.

Weitere Fragen?

Noch etwas unklar? Blieb eine Frage unbeantwortet? Oder haben sich nach dem Artikel gar neue Fragen ergeben? Kein Problem. Hinterlasse mir einfach einen Kommentar zu diesem Artikel und ich werde versuchen dir bestmöglich weiterzuhelfen.

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4 Kommentare
  • Frank
    Posted at 21:04h, 10 Juni Antworten

    Hallo, der Fis-Moll-Akkord in der A-Moll-Form ist im 9. Bund, im 7.Bund ist das E-Moll…
    Und für Barre 2.0 erklär doch mal das C A G E D – System… damit findet man wunderschöne Akkord-Möglichkeiten (z.B. D-Moll + F-Dur im 5. Bund) ;-

    • Bernd (gitarrenbeginner.de)
      Posted at 11:56h, 11 Juni

      So ist es, Danke für die aufmerksame Anregung 🙂

      Grüße,
      Bernd

  • Thomas
    Posted at 18:28h, 28 Mai Antworten

    Prüfe noch einmal den Text, wenn Du Fis-moll mit dem E-moll Griff beschreibst, da muss das fis in den zweiten Bund 😉

    • Bernd (gitarrenbeginner.de)
      Posted at 19:22h, 03 Juni

      Hah, völlig richtig, danke für den aufmerksamen Hinweis 🙂

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