Hornhaut vom Gitarre spielen – Pflege & Tipps

Die Hornhaut eines Gitarristen ist zu Beginn noch nicht sehr stark ausgeprägt, was zu unangenehmen Nebenerscheinungen führen kann: Tiefe Furchen, Schmerzen oder gar Taubheitsgefühl. Die Fingerkuppen eines Gitarristen müssen viel Leid ertragen. Du musst deshalb etwas Geduld haben, bis sich durch das Spielen der Gitarre Hornhaut bildet und so deine Fingerkuppen schützt.

Wozu eigentlich die Hornhaut?

Kein Gitarrist entkommt zu Beginn seines Weges den anfänglichen Wehwehchen in den Fingern – du leider auch nicht: Furchen und Schmerzen in den Fingerkuppen können am Anfang bereits nach relativ kurzen Übungssession eintreten.

Dein Körper reagiert aber relativ schnell auf diese ungewohnte Belastung an den Händen und bildet an den belasteten Stellen eine Hornhaut. Diese ermöglicht es dir künftig auch stundenlange Gitarrensessions schmerzfrei zu überstehen.

 

Schmerzen in den Fingern

Druckschmerzen an den Fingerspitzen sind ein weit verbreitetes Problem unter Anfängern. Diese sind völlig normal und erscheinen durch die Überlastung der Finger. Denn außer beim Gitarre spielen presst du womöglich deine Finger eher selten gegen dünne Stahlsaiten 😉

Wenn du diese also spürst musst du nicht besorgt sein. Lege eine Pause ein und übertreibe es nicht. Gib deinem Körper die Chance sich auf die neue, sehr ungewohnte Belastung einzustellen.

Du wirst selbst merken dass du mit der Zeit besser mit der Belastung umgehen kannst und den Schmerz immer seltener spüren wirst.

Bleibe geduldig und übertreibe es nicht!

Zu viel Hornhaut

Nun kommt es durchaus vor, dass sich sehr schnell Hornhaut bildet und das ist auch gut so. Die Hornhaut schützt dein Gewebe vor dem Druck und macht deine Nervenenden resistenter gegen die Belastung.

Doch kann die Hornhaut im Laufe der Zeit bei einigen wenigen Gitarristen leider auch eine Ursache für Schmerzen in den Fingerspitzen werden. Daran wirst du erkennen, dass sich etwas zu viel davon gebildet hat.

Normalerweise bildet sich beim regelmäßigen Spielen der Gitarre eine glatte Hornhautkuppel, mit der du auch locker ein paar Stunden am Stück spielen kannst, ohne schmerzerfüllt zu Boden zu gehen.

Bei manchen wird die Hornhaut aber sehr dick, was dann stellenweise sogar hinterlich werden kann. Und durch äußere Einflüsse wie Kälte oder Hitze kann deine Haut schnell trocken und rissig werden.

Deine Talgdrüsen produzieren auf deiner Haut ein Wasser-Fett-Gemisch, welches als Schutz für deine Haut dient und diese geschmeidig hält. Fehlt es an dieser Feuchtigkeit bzw. Fett dann wird deine Haut trocken und rau und kann einreißen.

Dies passiert dann besonders schnell wenn die Saiten der Gitarre mit der ausgetrockneten Haut in Kontakt kommen.

Nun, aber was macht man dagegen?

Pflege der Hornhaut

Es soll Gitarristen geben eingerissene Hornhaut sogar mit Sekundenkleber „reparieren“. Ich bin zwar kein Arzt aber ich kann mir vorstellen dass das nicht so ganz optimal ist 😉

Besser ist es eine Creme zu verwenden oder überschüssige Haut vorsichtig zu entfernen.

Verwendung einer Haut-Creme

Die erste Maßnahme sollte meiner Meinung nach die Pflege mit einer speziellen Creme sein. Von Hansaplast gibt es die Anti Hornhaut Intensiv-Creme zu einem schmalen Taler. Mit der Creme wird die Hornhaut nicht unbedingt weniger, was auch nicht unser Ziel sein sollte. Sonst fangen die Schmerzen an den Fingerkuppen weider an 🙂

Vor allem trocknet die Haut durch die Anwendung der Creme nicht mehr so schnell aus aus und reißt entsprechend nicht so schnell ein. Es empfiehlt sich natürlich eine regelmäßige Anwendung.

Auch handelsübliche, feuchtigkeitsspendende Handcremes können hier schon ihren Zweck erfüllen.

Hornhaut entfernen

Hat sich zu viel Hornhaut gebildet die hinderlich ist, bietet sich das partielle Entfernen der Hornhaut an. Hierfür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten.

Zum einen kann man auf Peeling-Masken zurückgreifen. Zwar meist für die Verwendung an Füßen entwickelt lassen diese sich jedoch auch gut für die Hände einsetzen.

Auch eine Hornhautfeile kann gute Dienste erbringen.

Das Ziel ist es jedoch nicht, die Hornhaut komplett zu entfernen, sondern nur die Dicke der Schicht zu verringern. Hornhaut ist gut und wichtig, denn sonst bekommst du wieder Druckschmerzen in den Fingerkuppen.

Etwas außergewöhnlicher ist dabei der Einsatz von Fingerkuppenschutz (Fingerhüte) oder
Übungshandschuhen. Allerdings würde ich von diesen beiden Methoden abraten. Zum einen entsteht so ein völlig anderes Spielgefühl und die wichtige Hornhaut wird sich nicht so entwickeln.

Und du willst doch nicht auf ewig mit so etwas spielen oder?

Bonustipps: Die richtige Technik

Falls dir diese Tipps bisher nur mäßig oder gar nicht helfen konnten, dann könnte es auch Sinn machen deine Spieltechnik zu hinterfragen.

Gerade am Anfang kommt es vor, dass man mit zu viel Druck spielt, was vor allem bei Akkordfolgen sehr
unangenehm sein kann. Hierbei ist es hilfreich erst einmal herausufinden wie viel Druck die Saite überhaupt braucht, um optimal zu klingen.

Das herauszufinden ist zwar nicht leicht und bedarf gewisser Übung, ist aber absolut kein Hexenwerk. Versuche einfach einmal bewusst darauf zu achten wieviel Druck du für einzelne Töne oder später ganze Akkorde minimal aufbringen musst, damit sie klingen, und versuche dich daran zu gewöhnen.

Dieser Druckpunkt kann übrigens von Gitarre zu Gitarre variieren.

Zusätzlich könntest du die Saitenstärke deiner Gitarre anpassen. Für Anfänger empfiehlt sich
ein Set mit .09-.42mm (E-Gitarre) oder .10-.47 (Westerngitarre).

Es kann durchaus vorkommen, dass bei einer neuen Gitarre auch schon dickere Saiten ab Werk aufgespannt sind. Da ein Anfänger die Saitenstärke beim Spielen nicht direkt bestimmen kann, empfiehlt es sich beim örtlichen Gitarrenladen einmal nachzufragen.

Meistens werden dir als Service auf Nachfrage auch die neuen Saiten schon gleich aufgespannt, wenn du dort welche kaufst.

 

Hornhaut vom Gitarre spielen – Pflege & Tipps
5 (100%) 6 votes

Auch interessant


Keine Kommentare

Hinterlasse mir einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.