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Plektrum halten – So geht es richtig

Mit der richtigen Haltung des Plektrums klappt auch das Spielen von Western- und E-Gitarre. Während bei der Konzertgitarre meist gezupft wird (siehe mein Tutorial Gitarre zupfen lernen), kommst du bei Pop- und Rockmusik kaum am Plektrum vorbei. Daher solltest du dir durchaus anschauen, wie man am besten ein Plektrum halten kann.

Schritt-für-Schritt Anleitung: Das Plektrum halten

Für eine bessere Visualisierung habe ich mit einem halb transparenten Pick dokumentiert, wie du das Plektrum halten musst. Die Bilder und das Video findest du nach dieser Schritt-für-Schritt Anleitung.

So wird das Plektrum richtig gehalten:

  1. Halte deine Hand senkrecht zum Boden
  2. Lege das Plektrum auf das vordere Glied des Zeigefingers. Das Plektrum soll dabei einige wenige Millimeter überstehen.
  3. Lege nun deinen Daumen auf den mittleren Teil des Plektrums
  4. Nicht verkrampfen! So wenig Druck wie möglich, so viel wie nötig ausüben.

Sobald sich der Daumen auf das Plektrum legt, wandert das Plektrum auch ganz natürlich ein Stückchen in Richtung Unterseite des Zeigefingers, so dass ganz grob ein 45°-Winkel entsteht.

Das Plektrum richtig anschlagen

So. Jetzt klebt das Pick zwischen deinen Fingern. Aber wie gehst du damit jetzt an die Saiten?

Als Anfänger solltest du das Plektrum erst einmal parallel zur Saite anlegen.

Bei fortgeschrittenen Spielern liegt das Pick ca. in einem 45°-Winkel an den Saiten an. Dadurch gleitet das Plektrum besser über die Saiten und verhakt sich weniger, was für einen besseren Klang sorgt. Aber das muss auch entsprechend kontrolliert und geübt werden.

Falls du Anfänger bist, konzentriere dich erst einmal auf die einfache Variante. Bei mir entwickelte sich die angewinkelte Technik tatsächlich ganz automatisch mit der Zeit – ohne, dass mich je jemand darauf hingewiesen hätte.

Die parallele Anschlagtechnik ist daher ein sehr solider Startpunkt. Gleite wie im Video unten einmal von oben nach unten über alle Saiten. Zupfe einzelne Saiten an. Nun auch einmal von unten nach oben. Ändere die Intensität – das ändert die Lautstärke. Probiere dich einfach ein wenig aus!

Das Plektrum bewegen

Das Plektrum bewegen? Hoch und runter oder? Jo, stimmt. Aber die Frage ist, wo die Bewegung herkommt. Die kommt nämlich aus dem Handgelenk und aus dem Unterarm – abhängig davon, was du gerade spielst.

Bist du gerade dabei ein Gitarrensolo im Wechselschlag mit deinem Plektrum zu spielen, dann wird die Bewegung aus dem Unterarm kommen. Schlägst du hingegen gerade ein paar Akkorde, dann kommt ganz automatisch der komplette Unterarm mehr ins Spiel.

Es gibt kein „Plektrum richtig halten“

Don’t overthink! Es gibt beim Plektrum halten kein Richtig oder Falsch. Suche dir eine Haltung, die sich für dich möglichst komfortabel und natürlich anfühlt. Es benötigt zu Beginn sicherlich ein wenig Zeit, bis du dich an den kleinen „Fremdkörper“ zwischen deinen Fingern gewöhnt hast. Aber

Als Beispiel: Ich habe in der Schritt-für-Schritt Anleitung oben nur über Daumen und Zeigefinger gesprochen. Und das ganz bewusst. Denn was die übrigen Finger machen, ist ganz dir überlassen. Denk einfach nicht darüber nach und deine übrigen Finger werden schon ihre Position finden.

Angus Young z.B. tendiert dazu, seine übrigen Finger während dem Spielen abzuspreizen.

Steve Vai hingegen hat die übrigen Finger meist angewinkelt, während er sein Plektrum hält.

Ich habe auch schon Gitarristen gesehen, die das Pick mit Daumen und Mittelfinger oder sogar mit Daumen, Mittelfinger und Zeigefinger halten. Wenn es für dich funktioniert, und dir das Plektrum nicht bei deiner Spielweise im Weg steht, ist das alles legitim. Musik ist schließlich auch ein kreativer Raum. Wer weiß, vielleicht entdeckst du ja irgendwann sogar eine ganz neue Spieltechnik für die Gitarre? 

Spieltechniken mit Plektrum

Noch hübsch zu wissen: Die unterschiedlichen Spieltechniken mit dem Plektrum. Als Anfänger musst du dich zwar auf gar keinen Fall gleich zu Beginn mit allen auseinandersetzen, aber es ist zumindestens schon einmal gut, wenn du davon gehört hast. Die beiden wichtigen Spieltechniken mit dem Pick sind zu Beginn Strumming (selten: Schlaggitarre spielen) und Alternate Picking (aka Wechselschlag).

Strumming

Für den Begriff Strumming hört man selten auch die Umschreibung „Schlaggitarre spielen“. Übersetzt man Strumming (EN) ins Deutsche, dann bedeutet das so viel wie „Durchstreichen“. Und das ist es auch, was wir am Ende vom Tag bei dieser Spieltechnik mit dem Plektrum machen.

Wir streichen das Plektrum über mehrere Saiten hinweg von oben nach unten und von unten nach oben. Die #1 Technik für deine Akkorde am Lagerfeuer.

Exkus: Strumming Pattern sind zu Deutsch übrigens Schlagmuster.

Alternate Picking / Wechselschlag

Beim Alternate Picking (Hier klicken: Wechselschlag lernen) bemüht man – im Gegensatz zum Strumming – immer nur einzelne Saiten. Dabei achtet man darauf, dass die Bewegungsrichtung des Plektrums nicht immer nach unten, sondern abwechselnd nach unten und oben geht. Man wechselt den Schlag also ab – der Wechselschlag. Während also der erste Ton mit einer Abwärtsbewegung des Picks gespielt wird, wird der darauffolgende zweite Ton direkt mit der Aufwärtsbewegung des Picks gespielt.

Das bringt vor allem einen großen Vorteil: Geschwindigkeit. Geschwindigkeit ist ja bekanntermaßen Strecke durch Zeit. Würdest du für zwei Töne zwei Abwärtsbewegungen nacheinander machen, legst du eine deutlich längere Strecke mit dem Plektrum zurück.

Hybrid Picking

Beim Hybrid Picking vereint sich die Technik des Plektrums mit der des Fingerpickings. Während zwischen Daumen und Zeigefinger das Plektrum klebt, verwendet man parallel Mittel- und Ringfinger (selten auch den kleinen Finger), um die Saiten anzuschlagen.

Sweep Picking

Beim Sweep Picking (manchmal auch Sweeping) versucht man die Geschwindigkeit noch einmal zu erhöhen, indem man im Gegensatz zum Alternate Picking eine gleichbleibende Picking-Bewegungsrichtung erzielt. Man kann sich das auch ein wenig wie bei einem Akkord vorstellen: Angefangen von den tiefen Saiten spielt man bis zu den hohen Saiten je einen Ton je Saite. Dadurch erlangt man eine gleichbleibende, sehr effektive Abwärtsbewegung. Umgedreht von den hohen Saiten zu den tiefen Saiten (hier auch wieder je ein Ton je Saite) erlangt man eine gleichbleibende Aufwärtsbewegung.

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