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Gitarrenverstärker einstellen

Gitarrenverstärker richtig einstellen

Du möchtest deinen Gitarrenverstärker richtig einstellen? Eigentlich ist das gar nicht so schwierig. Und irgendwie doch. Denn die Antwort auf die Frage „Wie stelle ich meinen Gitarrenvestärker richtig ein?“ ist wie so oft die Anwalts-Antwort: „Kommt darauf an…“

Es gibt kein Richtig oder Falsch

Beim Einstellen deines Amps zählt vor allem eines: Erlaubt ist, was gefällt. Musik ist schließlich eine Kunstgattung und vielleicht beeinflusst du ja mit einem unkonventionellen Gitarren-Sound sogar eine komplette Generation?

Aber klar: Vielleicht willst jetzt gar keine Soundrevolution starten. Sondern einfach nur so klingen wie deine Vorbilder Slash, Jimi Hendrix oder Metallica. Da gibt es natürlich ein paar Faktoren, auf die wir achten sollten.

Der grundlegende Ablauf

Bevor wir mit den Details starten, will ich dir meinen groben Ablauf schildern. Die Details zu den einzelnen Schritten erläutere ich nachfolgend.

  1. Klangregelung auf neutral stellen und Effekte ausschalten
  2. Lautstärke (Volume) und Verzerrung (Gain) einstellen
  3. Klangregelung anpassen
  4. Effekte anpassen
  5. Optional: Mikrofonierung

Grob ist der Ablauf insofern, da ich für eine Feinjustierung auch gerne mal einen oder zwei Schritte zurückgehe. Denn wenn ich beispielsweise die Klangregelung verändere, kann es sein, dass ich den Gain (oder andere Parameter) noch mal ein wenig justiere.

Die Regler bedienen: Das machen viele falsch

Ich bin Rechtshänder. Und als Rechtshänder möchte ich intuitiv die Regler mit der rechten Hand bedienen. Aber das ist falsch!

Die Regler sollten immer mit der Greifhand bedient werden.

Also bei Rechtshändern die linke Hand, bei Linkshändern die rechte Hand.

Warum? So kannst du gleichzeitig die Saiten der Gitarren spielen (ich spiele hier im Wechsel immer gedämpft/offen/geämpft/offen…) und den Sound am Verstärker ändern. Das ermöglicht dir volle Kontrolle und du kannst Veränderungen bis auf kleine Nuancen vornehmen. Das ist deutlich effektiver, als mit der „Zupfhand“ den Verstärker einzustellen, dann zu hören wie es klingt, dann wieder einzustellen usw.

Lautstärke (Volume) und Verzerrung (Gain)

Klar: Erst mal die Lautstärke. Und die Verzerrung. Will ich einen Clean-Sound? Leicht angezerrt bluesig oder crunchig? Fett singende Verzerrung oder Heavy-Metal-Brett?

Die beiden Parameter gehen immer Hand in Hand. Drehe ich den Gain für mehr Verzerrung nach oben, steigt auch die Gesamtlautstärke. Also Volume wieder nach unten. Aber dann doch lieber wieder etwas weniger Gain. Also Volume wieder hoch. So lange, bis ich mit Verzerrung und Volume happy bin.

Klangregelung einstellen – Bässte, Mitten, Höhen

Nun kümmere ich mich um die Klangregler. Am besten ist es, zunächst bei sämtlichen Möglichkeiten der Klangregelungen (Tiefen / Mitten / Höhen) die mittlere, „neutrale“ Einstellung zu wählen.

Was mittlere Einstellung bedeutet, hängt von der Skala auf deinem Amp ab. Bei den beiden Beispielen auf den Fotos oben geht die Skala etwa von -5 bis +5 – hier ist 0 die Mitte. Oder von 1 bis 11 – da ist entsprechend 6 die Mitte. Bei den meisten Verstärkern wirst du aber eine Skala von 0 bis 10 vorfinden – hier wählst du 5.

Und ab hier drehe ich den Regler einmal bis in die Extreme um zu hören, was mir der Amp eigentlich so an Range zu bieten hat. Ich beginne immer bei den tiefen Frequenzen. Mag ich es fetter, drehe ich den Bass rein. Ist der Sound mir zu „mulmig“, drehe ich ihn wieder raus. Von den Bässen arbeite ich mich dann über die Mitten bis zu den Höhen vor.

Die Effekte einstellen

Bisher noch komplett deaktiviert, kommen nun die Effekte zum Einsatz. Bei den Effekten, die der Verstärker selbst mitbringt, drehe ich den Regler auch erst einmal komplett von 0 auf 100, um mal zu hören, was so geht. Hier gehe ich aber immer sparsam mit um. Für mich gilt bei Effekten meist: Weniger ist mehr!

Auch externe Effekte, welche ich bspw. in den Effektweg einschleife, behandle ich so.

Mikrofonierung

Wenn du deinen Verstärker bspw. für eine Bühnen- oder Aufnahmen-Situation abnehmen möchtest, dann steht zu guter Letzt die Mikrofonierung an – falls du nicht über einen Direct-Out deines Verstärkers direkt in Mischpult oder Audiointerface gehst.

Gerade auf der Bühne muss ich mich hier auch immer auf die Zusammenarbeit mit dem Tontechniker verlassen. Denn nur er kann den Sound nach vorne (Front Of House – FOH) kontrollieren. Ich stehe ja schließlich auf der Bühne und höre über die Monitore etwas komplett anderes.

Prinzipiell fährst du aber mit diesem Grundsetting erst einmal sehr gut

  • Shure SM56 verwenden
  • Das Mikrofon nicht direkt auf das Zentrum des Lautsprechers halten, sondern eher 2/3 Richtung Rand
  • Das Mikrofon nah ran an den Amp

Aber auch hier gilt wieder: Erlaubt ist, was gefällt! Experimentiere, mit anderen Mikrofonen für die Ampabnahme (setze vielleicht sogar mehrere Mikrofone ein?), verändere die Distanz und die Positionierung.


So stellt [Gitarrist einfügen] seinen Verstärker ein

Selbst wenn du bei einem Livekonzert ein Foto vom Amp deines Lieblingsgitarristen machst, dir den gleichen Amp kaufst und dann zu Hause 1:1 deinen Verstärker so einstellst, wie dein Lieblingsgitarrist sie auf der Bühne hatte: Es wird nicht 1:1 so klingen.

Es gibt nämlich viele Faktoren, die den Klang beeinflussen.

Angefangen von offensichtlichen Sachen wie der Gitarre mit unterschiedlichen Hölzern oder Tonabnehmern (selbst das selbe Modell vom selben Hersteller kann anders klingen) über den Raum, in dem wir uns befinden (War es ein Open Air Konzert? Halle? Theatersaal?) über Kleinigkeiten wie Kabel (Funk?), Plektrum oder die verwendeten Saiten. Selbst das Alter des Amps bzw. der Lautsprecher (Steifigkeit der Membrane) hat einen Einfluss.

Von daher ist es besser, wenn du an die Sache folgendermaßen rangehst: Habe eine genaue Vorstellung davon, wie dein Ziel-Sound sich anhören soll. Habe bei Bedarf Kopfhörer auf und höre parallel den Song (oder das Riff, oder das Solo, oder…), während du wie oben beschrieben deinen Verstärker einstellst. So wirst du deinen Verstärker am besten einstellen können und über die Jahre ein gutes Gefühl für den – für dich – optimalen Verstärkerklang entwickeln.

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