gitarrenbeginner.de

Gitarrenarten

Die Vielfalt an Gitarrenarten sorgt bei Beginnern oftmals für Verwirrung. Deswegen wollen wir kurz und knapp klar Schiff machen und die gängigen Merkmale sowie Unterschiede der häufigsten Gitarrentypen zu erläutern.

Akustikgitarre

Akustikgitarre ist der Oberbegriff für Gitarren, die ihren Klang durch den Hohlkörper entwickeln und auch ohne elektrische Verstärkung deutlich zu hören sind. Zu Ihrer Gruppe gehören mehrere Unterarten, die beiden bekanntesten Gitarrenarten aus dem Bereich der Akustikgitarren sind die Konzert- und die Westerngitarre.

Letztere werden oftmals gemeint, wenn von Akustikgitarren die Rede ist. Gänzlich korrekt ist das nicht, da eben die Konzertgitarre sowie viele weitere Vertreter (Resonatorgitarre, Flamencogitarre, Ukulele uvm.), akustische Gitarren sind.

Funfact: Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden Saiten aus Darm verwendet. Heute sind Nylon- und Stahlsaiten verbreitet.

Konzertgitarre

Oft auch als klassische Gitarre bezeichnet, zeichnet diese die Verwendung von Nylonsaiten aus. (Wichtig: Niemals Stahlsaiten auf eine Konzertgitarre spannen! Diese üben eine wesentlich höhere Kraft aus und können das Instrument auf Dauer stark schädigen.)

Konzertgitarren sind als Gitarrenart besonders für Anfänger geeignet. Wegen der geringeren Zugkraft der Saiten, der weicheren Bespielbarkeit (Nylon- statt Stahlsaiten) und wegen des breiteren Griffbrettes eignen sich Konzertgitarren für Anfängern besonders. Allerdings sind diese auch stilistisch auch „beschränkter“ als Westerngitarren. Klassikgitarren finden nur in wenigen Popsongs und in so gut wie keinen Rocksongs Verwendung.

Ein weiteres charakteristisches Merkmal zum erkennen einer Konzertgitarre ist übrigens der durchbrochene Kopf. Eher selten werden wie bei der Westerngitarre geschlossene Kopfplatten verwendet.

Westerngitarre

Westerngitarre mit Stahlsaiten

Eine Akustikgitarre mit Stahlsaiten, findet vor allem in der Pop- und Rock-Musik Verwendung. Um den hohen Spann-Druck der Stahlsaiten aufnehmen zu können, sind in den Hälsen von Akustikgitarren Stahlstäbe verarbeitet.

Da die Konzertgitarre in ihrer stilistischen Flexibilität deutlich stärker begrenzt ist als die Westerngitarre, ist die Westerngitarre im Hinblick auf Vielfältigkeit die bessere Wahl. Auch wenn der Einstieg mit der Konzertgitarre sicher etwas leichter fällt.

Bei den Westerngitarren unterscheidet man hinsichtlich der Bauform nochmals zwischen mehreren Typen. Die beiden gängisten sind Dreadnought und Jumbo. Dreadnoughtgitarren überzeugen als Allrounder. Mit starken Bässen und klaren Höhen macht sie sowohl beim Strumming (Anschlagen von Akkorden) als auch beim Picking (Zupfen) eine gute Figur. Besonders beliebt bei Blues- und Folkmusikern. Jumbogitarren dagegen sieht man immer wieder in den Händen von Singer-Songwritern. Sie haben etwas mehr Durchsetzungskraft und machen beim Strumming (im Vergleich zu gleichklassiken Dreadnoughtgitarren) einen besseren Job.

Wandergitarre

Wandergitarren (manchmal auch Reisegitarren bzw. Travel Guitars) sind Gitarren, die auf Portabilität und Mobilität ausgelegt sind. Dies bedeutet normalerweise, dass die Gitarre einen deutlich kleineren Körper oder ein wesentlich geringeres Gewicht hat und häufig kreative Lösungen für einen möglichst einfachen Transport bietet. So gibt es sogar Gitarren mit abklappbaren Gitarrenhälsen. Von der Konzeption bis zum Bau ist die Reisegitarre so konzipiert, dass sie in eine Tasche geworfen und möglichst platzsparend transportiert werden kann.

Die Portabilität hinsichtlich Größe und Gewicht oder auch anderen Umbauten geht dabei auf Lasten des Klangs.

Ukulele

Ukulele

Meist mit 4 Nylonsaiten bespannt, ca. 60 cm lang und vermittelt oft den Eindruck einer Kindergitarre. Die Ukulele (hawaiisch „hüpfender Floh“) wird typischerweise mit Hawaii in Verbindung gebracht, ihr tatsächlicher Ursprung liegt allem Anschein nach in Portugal. In der Pop-/Rockmusik findet die Ukulele seltener Verwendung. Bekanntheit erfuhr sie vor allem als Spaßinstrument. So war es in den vergangenen Jahren in den Pubs des Vereinigten Königreiches ein Trend sich zum Ukulele spielen zu versammeln. Auch Stefan Raab verwendete sie oft für seine Raabigramme, bei welchen er „Prominenten“ Lieder mit humoristischen Texten vorsang.

E-Gitarre

Im Gegensatz zu den akustischen Gitarren erzeugt sie ihre Töne nicht hauptsächlich durch den Korpus, sondern mit Hilfe der Tonabnehmer. Der Korpus einer E-Gitarre besteht meist aus massivem Holz, weshalb die eigene Lautstärke einer E-Gitarre sehr gering ist. E-Gitarren werden über eine Verstärker gespielt, gelegentlich steuern Gitarristen auch direkt die PA an.

Die Stahlsaiten der E-Gitarre werden über die elektromagnetischen Felder der Tonabnehmer abgenommen und dann an den Verstärker o.ä. weitergeleitet. Bei Tonabnehmer unterscheidet man zwischen den beiden Typen Single Coil und Humbucker, wobei letzter weniger störanfälliger für Störungen (Strahlen) von außen ist, aber auch einen anderen Klang erzeugt.

Die zwei klassichen Typen der E-Gitarre wurden von den beiden Firmen Fender und Gibson begründet. Fender wurde für die Stratocaster berühmt, Gibson für die Les Paul. Diese beiden Typen beeinflussen den Gitarrenbau bis heute nachhaltig.

Semiakustik

Arbeitet wie eine E-Gitarre mit Tonabnehmern, besteht jedoch nicht aus einem massiven Korpus, sondern verfügt wie akustische Gitarren über einen hohlen Resonanzkörper. Sie kommen ursprünglich aus dem Jazz und Blues, finden aber auch bei modernen Indie- und Alternativgitarristen immer wieder Verwendung.

Dir fehlt eine Gitarrenart?

Wenn dir bei dieser Auflistung eine Gitarrenart fehlt oder du den Unterschied bei manchem Modell nicht ganz verstanden hast, dann hinterlasse mir gerne weiter unten einen Kommentar.

4.9/5 - (11 votes)
Die mobile Version verlassen